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Account-Based Marketing

Skalierung ist eine Falle. Warum Klasse statt Masse bei Leads fast immer gewinnt.

ABM Header

Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen, die ihre Bemühungen breit streuen, um potenzielle Leads zu erfassen, schärft Account-Based Marketing (ABM) den Fokus und erstellt Kampagnen, die auf speziell ausgewählte Schlüsselkunden abzielen.

Der Wechsel vom „breiten Netz“ zur Präzision eines Scharfschützen erhöht die Relevanz der Marketingmaßnahmen und kommt der direkten Vertriebsansprache sehr nahe. Wo liegen die Grenzen für ABM und wo kann es effektiv eingesetzt werden?

Account-Based Marketing verstehen

Account-Based Marketing (ABM) ist ein gezielter Marketingansatz. Er kombiniert Elemente aus Vertrieb und Marketing, um spezifische Schlüsselkunden anzusprechen und zu binden, anstatt den breiten Markt zu bearbeiten. Diese fokussierte Methode ist besonders in B2B-Branchen verbreitet, wo tiefere, bedeutungsvollere Beziehungen zu weniger, hochwertigen Kunden zu Aufträgen führen können.

Definition und Schlüsselprinzipien

Im Kern geht es bei ABM darum, jeden Zielkunden als einen Markt für sich zu betrachten. Dies beinhaltet die Erstellung von Marketingkampagnen, die auf die Bedürfnisse und Schmerzpunkte jedes Kunden zugeschnitten sind. Indem man einzelne Kunden als einzigartige Märkte behandelt, kann man präzisere und effektivere Marketingstrategien entwickeln. Im Vergleich zum traditionellen Marketing-Trichter von Bewusstsein zu Konversion ist der ABM-Trichter umgekehrt. Er beginnt mit der Identifizierung einzelner Märkte und erweitert sich nach unten hin.

ABM Funnel

Die drei Schlüsselprinzipien

  • 1
    Ausrichtung von Vertrieb und Marketing: ABM erfordert eine Integration der Bemühungen von Vertrieb und Marketing. Beide Teams müssen auf die gleichen Ziele hinarbeiten und kombinierte Erkenntnisse nutzen.
  • 2
    Strategische Kundenauswahl: Nicht alle Kunden sind für ABM geeignet. Der Prozess beinhaltet eine sorgfältige Auswahl basierend auf dem potenziellen Wert des Kunden, wie der Wahrscheinlichkeit einer Konversion.
  • 3
    Personalisierte Kommunikation: ABM-Strategien basieren auf personalisierten Botschaften. Dies kann von maßgeschneiderten E-Mail-Sequenzen bis hin zu gezielten Inhaltsangeboten wie Whitepapers reichen.

Traditionelles digitales Marketing zielt oft auf einen Maschinengewehr-Ansatz ab. Es zielt darauf ab, durch Reichweite und Frequenz so viele qualifizierte Leads wie möglich zu gewinnen. Diese Methode verteilt Ressourcen auf ein breiteres Publikum in der Hoffnung, die Nadel im Heuhaufen zu finden. Im Gegensatz dazu ist ABM selektiver und konzentriert Ressourcen auf eine kleinere Gruppe von High-Potential-Kunden.

Herausforderungen mit der Zielgruppengröße

Account-Based Marketing (ABM) konzentriert sich auf hochwertige Kunden. Während dieser personalisierte Ansatz erhebliche Vorteile bietet, ist ABM nicht ohne Herausforderungen. Eines der größten Probleme ist das Management der minimalen Zielgruppengrößen, die für Kampagnen notwendig sind.

Die Auswirkung minimaler Zielgruppengrößen

Die Wirksamkeit von ABM hängt weitgehend von der Fähigkeit ab, tiefgehend mit wenigen ausgewählten Kunden zu interagieren. Dieser Fokus auf eine begrenzte Anzahl von Zielen kann jedoch zu Herausforderungen führen:

  • Unfähigkeit, Einzelpersonen mit Paid Ads anzusprechen: Fast keine Plattform erlaubt es, diese kleinen Gruppen gezielt anzusprechen. Werbeplattformen benötigen Kohortendaten und größere Zielgruppensignale, um zu funktionieren.
  • Skalierbarkeitsprobleme: Bei ABM wird Skalierbarkeit zu einem Problem. Traditionelle Strategien profitieren von Skaleneffekten. Der enge Fokus von ABM bedeutet weniger Möglichkeiten dafür, was die Kosten pro Akquisition erhöhen kann.
  • Risiko der Übersättigung: Bei wiederholter Ansprache einer kleinen Gruppe besteht das Risiko der Übersättigung. Diese „Audience Fatigue“ macht es notwendig, Inhalte häufig zu aktualisieren.
  • Einschränkung bei Daten und Erkenntnissen: Große Datensätze bieten eine reiche Quelle an Erkenntnissen zur Strategieoptimierung. Bei ABM läuft man Gefahr, Optimierungen auf statistisch irrelevanten Daten zu basieren.
ABM Ads Targeting
Precision Targeting in ABM

Geschäftserwartungen abgleichen

Account-Based Marketing (ABM) ist oft mit hohen Erwartungen seitens der Unternehmen verbunden. Besonders hinsichtlich der Präzision der Zielgruppenansprache und Personalisierung. Es gibt ein häufiges Missverständnis, dass ABM es Marketers ermöglicht, einzelne Interessenten innerhalb eines Unternehmens so einfach anzusprechen wie mit einer direkten E-Mail.

Missverständnisse beim Targeting

Viele glauben, dass ABM Einzelpersonen innerhalb eines Unternehmens für gezielte Werbung genau bestimmen kann, mit Botschaften wie: „Wenn Sie von Firma X sind, kennen Sie den Schmerz von...“. Ein solch spezifisches Targeting ist jedoch oft nicht möglich. Wenn es sich um einen bestehenden Lead handelt, können Sie Remarketing nutzen. Wenn Sie nach neuen Kunden suchen („New Logos“), haben Sie oft Pech. ABM überschreitet auch die Grenze vom Marketing zur persönlichen Vertriebsansprache.

Individuelles vs. Account-Targeting: ABM konzentriert sich auf spezifische Unternehmen oder Entscheidungsgremien. Die Tools und Plattformen erreichen Rollen, keine persönlichen Identitäten, und halten sich an Datenschutzgesetze.
Rechtliche und ethische Einschränkungen: Das gezielte Ansprechen von Einzelpersonen ohne deren ausdrückliche Zustimmung ist unter Regulierungen wie der DSGVO nicht nur unethisch, sondern auch illegal.

Erwartungen mit der Realität in Einklang bringen

Um das volle Potenzial von ABM zu nutzen und die Zufriedenheit der Stakeholder sicherzustellen, ist es entscheidend, die Geschäftserwartungen mit den praktischen Möglichkeiten von ABM abzugleichen:

Aufklärung über ABM-Fähigkeiten: Klären Sie Stakeholder darüber auf, was ABM leisten kann und was nicht.
Klärung der Rollen: Die Rolle des Marketings ist es, Bewusstsein und Engagement auf Unternehmens-/Rollenebene zu schaffen. Vertriebsteams übernehmen die direkte, personalisierte Ansprache.
Strategische Planung: Vertriebsteams können Erkenntnisse für Targetings und Persona-Bedürfnisse liefern. Marketing kann die Meinung durch wiederholte Exposition gegenüber Markenkontaktpunkten beeinflussen.